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BLOOD PRESSURE, 2020


Ausstellung ERDE, Haus 10 FFB, 2020

„Der erste Gedanke an das Thema Erde war schlichtweg die Erde als Material, die Erde, die man in der Hand hält, die Erde, die riecht, die Erde die man im Baumarkt kaufen kann. Ein Sack Erde. Als zweites hatte ich ein Bild von einem verwesenden Baum vor Augen, aus dem ein kleiner Trieb kommt. Sofort war ich bei dem menschlichen Kreislauf von Werden und Vergehen... „Asche zu Asche, Staub zu Staub.“


Der Titel „blood pressure“ spielt genau auf diese existenzielle Ebene und den Kreislauf unseres Lebens an.

Die Arbeit gliedert sich in sieben Teile.

Mittig ist eine Figur, die am unteren Rand aus einem mit Sand gefüllten Blumenkasten hervorgeht, flankiert jeweils links und rechts von zwei Bildern und oben im Sims eine Art kranartiger Winkel, an dem ein Massageball baumelt.

Im Zentrum steht eine längliche Figur, die zwischen zwei Facetten changiert. Einerseits ist sie als ein jugendliches Mädchen lesbar, andererseits kippt das Bild beim Betrachten: Der Kopf wird zum Totenschädel, und auch der Körper öffnet sich schutzlos in seiner nackten Haut. Eine auf ihre Existenz zurückgeworfene Figur, auf deren Schulter eine Krähe sitzt, die entweder auf Beute aus ist oder aber ein Vertrauter oder Freund sein könnte.

In den Bildern links und rechts sind Stationen und Momente des Lebens angedeutet. Momente des Zaubers und Staunens, Momente der Furcht, des Altwerdens und des Kindseins, beispielsweise symbolisiert durch einen Vierfüßler, auch der Massageball taucht wieder auf.

Der Winkel oben - und auch der Blumenkasten - überführen unsere Erfahrung vom Subjekt zum Objekt: aus der Welt der Vorstellung in die Welt der Dinge, die greifbar sind und die wir fassen können und für die es Namen gibt, Dinge die industriell gefertigt und im Baumarkt erhältlich sind. Die Illusion wird aufgelöst in die unabdingbare mechanische Welt von Schraube und Mutter. Dieser Teil der Arbeit ist quasi der Deckel auf dem Topf und gibt der Arbeit letztendlich seine Bedeutung und Wendung von einem mechanischem Kreislauf.

Aus dem Sand entsteht und formt sich eine Figur, fließt in die Kapillaren links und rechts, dreht und wendet sich bevor sie wieder oben angekommen, resettet, auf Null gestellt wird und alles wieder von vorne beginnen kann. Die Erde als Ursprung und Motor, die alles zum Rotieren bringt.

Die Mehrteiligkeit der Arbeit und die Bilderfolge kann wie eine Art Film gelesen werden. Eine Taktung, eine Bewegung, ein Pulsieren und Austausch der Arbeiten untereinander ist deutlich spürbar. Trotz unterschiedlicher Themen und Formsprache wird durch die Farbwahl eine Einheitlichkeit erzielt.

Die Ambiguität der divergierenden Bildgegenstände und der Wechsel der Materialität von Objekt und Subjekt bilden dabei eine spannungsvolle Synthese, die die Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins zum Ausdruck bringt: als unauflösbare Pole stehen sich das Streben nach Glück und Leben und die gleichzeitige Präsenz von Gewalt und menschlicher Schwäche, Angst und Endlichkeit gegenüber.

Das gesamte Bildgefüge kann auch als ein Echo auf eine christliche Symbolwelt gelesen werden. Einerseits könnte die Gesamtform ein Kreuz sein, der Blumentopf der Sockel an dem Jesus seine Füße abstützt, die Bilder links und rechts, Stationen des Leidens. Das Abformen einer Figur aus Sand erinnert an die Schöpfungsgeschichte.

Auch wenn sich „blood pressure“ einer eindeutigen Interpretation entzieht, werden existenzielle Themen des Menschseins auf eindringliche Weise spürbar.


BEST OFFER, 2020
Ausstellung Taped Haus 10, FFB, 2020


HAPPY SOCKS, 2019  
 


SZ,17. Dezember 2019>>>>link


SALTA, 2019




Das Bild zeigt eine Person mit Hut, die mit einer Kugel in der Hand, ähnlich wie bei einer antiken Prozession, voranschreitet. Der Mundschutz, den die Person trägt, verrät nichts Gutes über die Kugel. Architektonische Elemente im Hintergrund deuten einen Innenraum an. Ist die Kugel etwa verseucht? Diese rätselhafte Situation wird gesteigert durch eine grelle Farbigkeit. Gedanken von Giftgas oder Umweltverschmutzung entstehen und lassen darüber nachdenken.
Der Titel Salta ist ein Wortspiel. Die Umkehrung des Wortes Atlas. In Anspielung auf die Mythologie, könnte die Weltkugel so klein und krank geworden sein, dass sie Atlas nunmehr in Händen tragen muss und diese nicht wie sonst auf seinen Schultern lastet.




TORERO, 2019



Torero ist auf den ersten Blick ein klassisches Landschaftsbild, indem eine Figur agiert. Auch der Bildaufbau ist klassisch gegliedert in Vorder -, Mittel - und Hintergrund. Eine große Raumtiefe entsteht. Die Landschaft wirkt romantisch poetisch oder zauberhaft aufgeladen. Doch auf den zweiten Blick scheint diese Idylle zu kippen. Der Torero, nämlich nicht mit einem klassischen Torerohut ausgestattet, sondern mit einem Cape, das uns dem Geschehen näher bringt, ist im Begriff auf etwas Tierähnliches am linken unteren Rand des Bildes einzustechen.

Dieses spannungsgeladen Moment des Zustechens oder Tötens eines Tieres lässt das Bild uns miterleben.


HERBARIUM, 2018



Ausstellung White, Sparkasse, FFB, 2018




SZ, 11.Oktober 2018



DRY NITES, 2018


Ausstellung Aichacher Kunstpreis, Kunstverein Aichach, 2018



COSMOPOLITAN RIDER, 2018


Ausstellung Plastic World, Haus 10, FFB, 2018


„Ins Bällebad rutschen, steig ein ins Auto Kleine, mitkommen ins Abenteuerland, das Raumschiff startet, get into this space“.

Über eine blaue Form, die sich über das gesamte Bild erstreckt und die Flugbahn eines Raumschiffes nachahmt, gleitet man in Bernhard Hellers Bild „Cosmopolitan Rider“ in eine Welt, einen Kosmos, der keine Ecken kennt. Eine Welt aus unzähligen Schichten aufgebaut, in sich brodelnd, blubbernd, sich ausdehnend über die Leinwand hinaus - unaufhaltsam wie ein Virus. Eine Welt aus Organischem und "China-Schrott", Pilzen, Prilblumen, Strand und erotischem Spielzeug, das alles irgendwie aufgeblasen sein will. Diese quietschige, schillernde Farbwelt eines Kinderzimmers verliert sich versöhnend im warmen Abendlicht eines Herbsttages.

Aus dieser scheinbar friedlich und homogen lebenden Welt erhebt sich ein Störenfried, Körper und Hände selbst generiert durch die Prilblume, eine Erscheinung wie ein Zombie, ein Memento Mori, der rastlos auf seinem verlassenen Schiff als seelenloses Skelett durch die Weltmeere segelt, um nach seinem Seelenfrieden zu suchen, blinkend warnend wie ein Leuchtturm vor dem Sturm. Nicht ohne ihn, erst mit ihm bekommt das Heile eine Definition und das Unheil eine Form. Offen bleibt, ob er Herrscher ist in dieser pulsierenden, schwellenden, unaufhaltsam rasenden Welt oder die Arme Hilfe rufend ein letztes Mal in die Höhe streckt, um im nächsten Moment von der selbigen verschluckt zu werden, hinabgespült zu werden in die Abgründe, seine Seele erlischt und er doch noch Frieden findet.

Diese Welt könnte man auch als eine Welt aus Schlaglichtern ansehen, die die Lücke zur Wirklichkeit und zu einem selbst schließt, erinnern lässt und im Hier und Jetzt eine völlig neue Bedeutung findet.



WIE WAR ICH, 2017


Ausstellung NACHT, Haus 10, FFB, 2017

„Wie war ich“ beschreibt eine surreale, düstere und angsterfüllte Traumvision. In seiner Stimmung verweist das Bild auf Goyas „El sueño de la razón produce monstruos“ (Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer) aus dem Zyklus „Los Caprichos“.

Der Einstieg in das zu ergründende Geschehen befindet sich in der linken oberen Hälfte des Bildes. Die Schriftzüge "Hah?" – der Comic-Welt entliehen – und "Wie war ich" – eine Frage nach der Leistung oder dem möglichen sexuellen Versagen eines Mannes, die ein T-Shirt ziert – verorten den erzählerischen Rahmen in der Nacht. Der Protagonist ist umgeben von Köpfen, Grimassen und Masken, die – wie in einer Geisterbahn – aus dem Dunkel aufleuchten, ihn bedrängen, ihn attackieren. Er scheint gewürgt zu werden, wird von allen Seiten angegriffen - dennoch wirkt der Schädelköpfige dabei selbst sehr passiv, hilflos gefangen in seiner Situation, aus der er sich nicht zu lösen vermag. Das Gefühl eines Albtraums entsteht…
Formal betrachtet ist das Werk eine Komposition verschiedenster Bildelemente, eine Collage unterschiedlicher Motive, Überlagerungen und Erzählstränge. Der Wechsel aus Linie und Fläche sowie das Zusammenspiel von Malerei und Zeichnung unterstreicht dabei die Vielschichtigkeit des Erzählmusters, ist gleichzeitig aber auch verbindendes Element, wodurch sich das Bild insgesamt als Einheit präsentiert.
Aus der Perspektive des Betrachters verliert sich die Gegenständlichkeit der Darstellung in der Fläche. Die Narration wandelt sich in Abstraktion, wodurch sich dem Beobachter der  Blick auf eine ganz eigene, eine innere Perspektive eröffnet.

„Wie war ich“ visualisiert menschliche Urängste. Elementar negativ behaftete Gefühle wie Beklemmung, Unsicherheit, Einsamkeit oder Entmutigung gehören zur menschlichen Existenzerfahrung. Wie glücklich ist man, wenn man dieser Realität wieder entkommt..?






BARDOLINO, 2014



In dem Bild „Bardolino“ dominieren die Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Das Bild vermittelt, unterstützt durch das Rosa in den Bäumen, insgesamt einen märchenhaften Eindruck. Die durch die Kontraste erzeugte Räumlichkeit und die Offenheit der Flächen geben dem Betrachter die Möglichkeit, im Bild herumzuwandern, in das Geschehen einzugreifen und die Handlung mitzugestalten. Ausgangspunkt und Einstieg in das Bild bildet im linken Drittel eine ärmlich wirkende Figur, nur bekleidet mit einer Art Morgenrock und Socken an den Füßen. Das Gesicht ist abgewandt, unpersonalisiert, wodurch der Betrachter an seine Stelle tritt und ins Bild gezogen wird.

Auf der Diagonalen des Bildes liegen die Bausteine der Erzählung. Eine weiße Hand, eine rote Falsche, bis hin zu einem geschlachtetem Vogel auf einem Baumstumpf. Dies stellt einige Fragen an den Betrachter, und nun ist es an ihm das Rätsel zu lösen oder daraus eine Geschichte zu formen.



OSKAR, 2013

Wasserturm, Dachau 2013

Das Motiv des Schneemanns ist in der Malerei unbearbeitet, kommt schlichtweg nicht vor. Das macht die Motivwahl Bernhard Hellers einzigartig. Ein Schneemann ist jedem Betrachter im Verständnis zugänglich, gleichzeitig ist er aber auch Metapher. Metapher für Utopie, Scheitern und reine Geistigkeit, die sich aber auf der Leinwand nicht vollzieht. Da der gemalte Schnee nicht schmelzen kann, wird die Vergänglichkeit der Figur wieder aufgehoben. Dadurch adaptiert Bernhard Heller ein romantisches Bildgefüge und ersetzt den Menschen durch einen Schneemann. Der Schneemann steht in diesem Bezug für Verlust und Sehnsucht, die er aber gleichzeitig auch wieder zurückholen will.

Diese Bildsystem gilt aber nicht für gesetzt, sondern richtet die Frage an uns, was uns allgemein an die Welt bindet, welche Rolle wir in ihr spielen, inwieweit dieses Bildsystem überhaupt noch Gültigkeit besitzt und in welchen Kulturkreisen es funktionieren könnte.

Egbert Knobloch, 2013

Lektor und freier Journalist, bisherige Tätigkeiten u.a. im Zentrum Paul Klee Bern.


THE MAN COMES AROUND, 2012

Punktumkunst, München 2012

Bernhard Heller forciert eine freie gestische Malerei, in der die Grenzen von Figuration und Abstraktion verwischen. Fasziniert von der Möglichkeit, mit Malerei Bewegung zu erzeugen, entwickelter er seine Bildideen meist unmittelbar aus einem Farbraum heraus.

Die Bilder des Künstlers werden durch übermalen, zerkratzen und verwischen innerhalb des Malprozesses gleichzeitig zerstört. Gleich einer Gratwanderung erscheinen seine Bilder, einer inneren Reflektion zwischen dem Entstehen und Vergehen allen Seins.

Quellen seiner Kunst sind medial vermittelte Bilder oder Erinnerungen an selbst Erlebtes. In der Überzeugung, durch Malerei Bilder aus seiner inneren Ideenwelt herauszulösen, kommt es zu einer Mischung aus Vorgefundenem und intuitivem Entstehungsprozess. Die figurativen Bilder des Künstlers erscheinen dabei fragmentarisch. Man könnte sie einer Werbung zuordnen oder vielleicht einem Film. Symbole unseres Kulturkreises die unser kollektives Gedächtnis abrufen kann, ohne dabei wertend zu wirken, lassen den Betrachter alle Möglichkeiten der Wahrnehmung offen.

Hauptthema seiner Arbeit ist die Landschaft, darin befindliche Gegenstände und der Mensch. In seinen neuesten Werken beschäftigt sich Bernhard Heller mit der Umwelt und lässt den Menschen fasst in ihr verschwinden. Durch die Reduzierung der menschlichen Figur, tritt für ihn das menschliche Wesen noch stärker hervor und will den Betrachter auffordern sich mit seinem Blick darauf eine eigene Inhaltsebene zu erdenken oder zu erträumen.

Victoria Martini, 2012,

Kuratorin Punktumkunst München.


YELLOW CAR, 2012

Museum Fürstenfeldbruck, 2015 

“Das Thema meiner Arbeiten ist Natur, Landschaft und der Mensch darin. Die Motivideen dazu entstammen der allgemein menschlichen Wahrnehmungserfahrung der visuellen Welt.

Die neuen Arbeiten zeigen nun Landschaften mit Autos, Rädern, verlassenen Hütten, Dinge die auf Menschen hinweisen. Für mich ist das Interessante bei diesen Bildsysthemen, dass der Mensch, obwohl er selbst nicht abgebildet ist, beim Betrachter mitgedacht wird und gerade durch diese Auslassung intensiver in Erscheinung tritt.

So auch bei "Yellow car". Ein auffallend gelbes Taxi- Auto, ein unscheinbares weißes Auto am Rand, ein angedeuteter Sonnenschirm am Horizont, eine Straßenbeleuchtung, alles eingebettet in eine Landschaft mit saftig grünen Palmen, die an Californien erinnert. Es scheint die letzte Möglichkeit zu sein, um zu parken, bevor es zum Strand geht. Die Scene vermittelt den Eindruck von Freizeit. Der Ort ist wenig touristisch und wirkt wie ein Geheimtipp zum Relaxen. Allerdings bleibt uns der Blick hinter den Vorhang verwehrt, und so ist es an uns, sich den Blick auf das Meer und die Personen, die sich dort aufhalten, vorzustellen. Dabei entstehen Fragen, die über das Bild hinausweisen und nicht eindeutig zu beantworten sind: Wieso kamen die Autos überhaupt an den Strand? Sind die Fahrgäste noch dort, was machen sie gerade? Sind die weissen Hügel im Bildvordergrund aus Sand oder gar aus gefrorenem Eis? Ist das der typisch blaue Himmel des Surfer-Paradieses oder braut sich da ein Sturmgewitter zusammen?

Diese Ambivalenezen kommen durch die Abwesenheit der menschlichen Figur auf, die wir als Betrachter im Bildgeschehen immer gerne suchen, um Zusammenhänge herzustellen zu können. Ist es nun ein Idyll, auf das wir schauen, oder ist da etwas im Verborgenen passiert? Durch die Mittel der Malerei – durch Motivwahl und Farbgebung – will ich die Illusion unterschiedlicher Realitätsebenen konstruieren. Die wirklichen Vorgänge meiner Bilder entstehen erst in den Köpfen des Betrachters – zwischen Phantasie, Neugierde und Wirklichkeit.“


“The theme of my work is nature, landscape and the human set within. The ideas for the subjects derive from the general human perception of visual space.

The new works now show landscapes with cars, bicycles, abandoned huts, things indicating human existence. Interesting for me in this imaging system is the interpretation of human presence created by the observing mind, despite and in effect emphasised through the absence of humans.

As can be seen in “Yellow Car“. An attention drawing yellow cab, an unimposing white car on the side, an indicated sun shade on the horizon, streetlights, all embedded in a landscape with rich green palm trees, which remind of California. It seems to be the last opportunity to park a car before reaching the beach. The scene mediates a sense of leisure. The place is little touristic and may be an insiders’ tip for relaxing. Yet, we are being refused the view behind the curtains, and so it is up to us to imagine the sight of the sea and the people there. In result to this questions arise which go beyond the image and which do not allow a clear answer: Why did the cars come to the beach in first place? Are the passengers still there, what are they doing now? Are the white hills in the front of the painting made of sand or even frozen ice? Is this the typically blue sky of the surfers’ paradise or is there a thunder storm coming up?

This ambivalence occurs through the absence of the human figure which is often sought for in the image in order to create associations. Is this an idyllic scene we are watching or has something happened out of sight? Through the medium of painting - through frame and colour - I want to construct the illusion of different levels of reality. The real processes of my paintings are created in the minds of the beholder - within imagination, curiosity and reality.